Die extra-Klasse ist zu Ende

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Die extra-Klasse ist zu Ende
That´s all folks!

Es war einmal das Schuljahr 2008/09, das erste Schuljahr mit der eCn-Klasse. Der Start der Extra-Klasse. Die eCn, die extra-Chance-nutzen-Klasse. Einfach erklärt ist die eCn-Klasse eine Kooperationsgemeinschaft aus der Gemeinde Michelau i.OFr., dem staatlichem Schulamt Lichtenfels, der Johann-Puppert-Schule, der Agentur für Arbeit, der Sparkasse Michelau i. OFr. und dem Evang.-Luth. Dekanatsbezirk Michelau i. OFr. und bietet Jugendlichen im Zweitversuch eine Chance, den Qualifizierenden Mittelschulabschluss zu schaffen. Das Besondere an dieser freiwilligen neunten Klasse sind die beiden langen Praktika. Hier können die Jugendlichen in das spätere Berufsleben schnuppern. Wer intensiv schnuppert und sich gut anstellt, hat die Chance durch das Praktikum eine Lehrstelle zu bekommen. Die Schüler*innen dieses Projektes haben kein Englisch und werden von einem multiprofessionellen Team aus Klassenlehrer, Schulleitung, Praktikumsanleitern*Innen, JaS (Jugendsozialarbeit an Schulen) und den klasseneigenen Pädagoginnen auf ihren Abschluss und das Leben danach vorbereitet. Dabei wird nicht die schulische Leistung allein gesehen, sondern die individuelle Lebenssituation mit berücksichtigt. Diese zusätzliche Unterstützung gibt es so in keiner Regel-Klasse. Dieses All-In-Paket macht diese Klasse aus. Es macht die Klasse besonders – besonders wertvoll.

Leider wird die eCn-Klasse auf Entscheidung des Schulamtes aus schulpolitischen Gründen nicht mehr weitergeführt. Gut zehn Jahre später ist das Schuljahr 2019/20 das letzte seiner Art in Michelau i.OFr. gewesen.

 Von links nach rechts: Schuldirektorin Frau Alexandra Kober, Klassenleitung ab Corona Herr Florian Hacker, Qualibesteher Herr Manuel Knecht, Klassenleitung bis Corona Herr Roland Löffler
Von links nach rechts: Schuldirektorin Frau Alexandra Kober, Klassenleitung ab Corona Herr Florian Hacker, Qualibesteher Herr Manuel Knecht, Klassenleitung bis Corona Herr Roland Löffler

Das letzte Mal, dass es ein derartiges Bild geben wird. Der junge Mann in Rot, Herr Knecht, ist einer von den 40 Prozent, der in diesem Schuljahr den Schulabschluss nicht nur geschafft (90%), sondern sehr gut, mit Quali bestanden hat.

Dieses Schuljahr war anders. Es war etwas Besonderes. Es war anders, da es ein winzig kleines Lebewesen geschafft hat, uns alle zu Hause bleiben zu lassen. Warum? Wegen der möglichen Ansteckung mit diesem kleinen Virus, genannt Corona, Covid-19 oder Sars-Cov 2. Auf der Homepage der Schule entstand während dieser Zeit ein Motivations-Durchhalte-Bild aus Einzelbildern der Lehrer*Innen, der Pädagoginnen, der Schulpsychologin und der Sekretärin der Johann-Puppert-Schule.

Mit dem Betretungsverbot am 16. März gab es offiziell keinen Präsenzunterricht mehr. Mit den Worten der Schüler*Innen: „In dieser Zeit war alles eigentlich ganz normal, so wie immer. Bloß halt ohne Schule.“ „Ich habe auch Musik gehört, Filme geschaut, gezockt und Fernsehen geschaut.“ Wie die Presse es berichtet hat, wurden die Kinder in Deutschland online beschult. „Bei mir hat der „Online-Unterricht“ anfangs gut geklappt und dann wurde er von mir aber nicht mehr so gut eingehalten.“

Gefühlt frei haben ist das Eine, die Hartnäckigkeit der Pädagoginnen das Andere. Digital und via Telefon haben diese Damen Kontakt gehalten. Kontakt zu den Jugendlichen, Ausbildungsbetrieben und weiteren Kooperationspartnern wie der Agentur für Arbeit. Sie vergaben Arbeitsaufträge an die Schüler*innen, versuchten, keine Lücke entstehen und die bereits erzielten Erfolge nicht einbrechen zu lassen. Es waren einige Telefonate notwendig, um den Jugendlichen zu verinnerlichen, dass Mails auch bearbeitet und beantwortet werden dürfen.

Am 27. Mai 2020 öffnete die Johann-Puppert-Schule wieder für die Abschlussklasse. Die Praktika waren zu dieser Zeit bereits gecancelt. Der Unterricht am Vormittag konnte mit einigen Sonderregeln beinahe normal starten, der Präsenzunterricht am Nachmittag, welcher durch die eCn-Pädagoginnen des Dekanats durchgeführt wird, war hingegen auch weiterhin nicht möglich und musste durch alternative Methoden ausgeglichen werden: beispielsweise das Bewerbungstraining fand ab Mai „To-Go“ statt. „To-Go“ bedeutete, dass ein Hefter mit wöchentlichen Arbeitsblättern entstanden ist. Dieser wurde mit Mails und persönlichen Anrufen vertieft.

Die folgenden Bilder mit dem derzeit modischsten Accessoire samt einigen Textauszügen sind Teil einer Wochenaufgabe. Die Aufgabe einen besonderen Zeitabschnitt im Leben der fast Erwachsenen zu dokumentieren. Einen Teil deutscher Geschichte, einer Abschlussklasse während der Corona-Pandemie, ist schriftlich und bildlich festgehalten. Quasi eine Kombination aus Deutsch- und Kunstaufgabe, welche technisch übermittelt wurde - mit all den Hoffnungen, Wünschen und Ängsten. Historische Dokumente durch Zensur unter Beschluss. Auf Wunsch der Schüler*innen werden nur wenige Texte durch diese frei gegeben. (Im Text kursiv dargestellt.)

 

Um das Schuljahr stylisch beenden zu können, bekamen die Jugendlichen am Ende ein neues modisches Shirt. Als Erinnerung an diese letzte extra-Chance-nutzen-Klasse der Extra-Klasse. Denn am Ende wird alles gut, sonst ist es nicht das Ende. Eine Erfolgsquote von 90% ist gut.

Alles war gut, nix war schlecht.

Die drei Pädagoginnen von der eCn (von links nach rechts) Laurie Weinhold, Lena Stahn, Tina Schardt
Die drei Pädagoginnen von der eCn (von links nach rechts) Laurie Weinhold, Lena Stahn, Tina Schardt

Wir bedanken uns bei allen, die dieses Projekt in den letzten Jahren aktiv gestaltet, gefördert und unterstützt haben und wünschen allen Jugendlichen auf ihrem weiteren beruflichen und privaten Weg alles Gute und Gottes Segen.

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2021

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