Evang. Gesamtverwaltungsstelle Michelau eingeweiht

Verwaltungsstelle Michelau
Mit der neuen Gesamtverwaltungsstelle Michelau ist ein markanter Baukörper im Herzen der Korbmachergemeinde Michelau entstanden, den Dekanin Richter und Dekan Grünwald seiner Bestimmung übergaben

Große Freude und Erleichterung hat am Freitagnachmittag bei den Verantwortlichen der Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt und Michelau geherrscht. Denn mit einem festlichen Gottesdienst in der Johanneskirche und einem Festakt im neuen Pfarrhof wurde im Beisein zahlreicher Festgäste die neu errichtete Evangelisch-Lutherische Gesamtverwaltungsstelle für das Diakonische Werk und die beiden Dekanatsbezirke ihrer Bestimmung übergeben. Dekan Johannes Grünwald erinnerte daran, dass es von der ersten Idee bis zur Fertigstellung des Gebäudes lange gedauert habe. Sieben Jahre seien ins Land gegangen, bis das markante Bauwerk im Herzen der Korbmachergemeinde Michelau nun Wirklichkeit werden konnte.

Eines der zentralen Anliegen sei es dabei gewesen, Kirche und Diakonie unter einem Dach zusammenzuführen. Denn der Auftrag der Christen sei bekanntlich, das Wort Gottes allen Menschen zu predigen und Nächstenliebe zu üben. Dekan Grünwald: “Das bedeutet natürlich, dass wir das, was wir predigen, auch in die Tat umsetzen müssen.“ Daher sei nach seiner Überzeugung Kirche ohne Diakonie keine Kirche und Diakonie ohne Kirche keine Diakonie.

Vor diesem Hintergrund sei der Gedanke einer Gesamtverwaltungsstelle, in der kirchliche und diakonische Verwaltung zu Hause sind, geboren worden. Da die alte Verwaltungsstelle aus allen Nähren geplatzt sei und auch ein Anbau wirtschaftlich und bautechnisch nicht zu vertreten gewesen sei, habe man sich mit den Konzept eines Neubaus angefreundet. Mit vereinten Kräften und Gottes Hilfe und der Unterstützung des Landeskirchenamts in München sei das Projekt nun umgesetzt worden.

In seiner Predigt stellte Dekan Grünwald das Bild des Apostel Paulus vom Leib Christi in den Mittelpunkt, an dem jede und jeder ein Glied ist. Die christliche Gemeine Jesu Christi vor Ort setze sich aus vielen Menschen mit ihren unterschiedlichen Gaben zusammen. Das Schöne an dem Bild vom Leib mit vielen Gliedern ist nach den Worten des Dekans, dass es anschaulich macht, dass eine Gemeinschaft auf die verschiedenen Gaben ihrer Mitglieder angewiesen ist. Jeder Körperteil habe bestimmte Aufgaben, die er erfüllen muss. Tue er das nicht, spüre der gesamte Leib die Auswirkungen. Wenn von Kirche die Rede sei, dann falle der Blick zumeist auf Pfarrerinnen und Pfarrer und auf die Bischöfe. Dann kämen Predigen, Seelsorge, Trauungen, Taufen und Beerdigungen in den Fokus, manchmal auch Religionsunterricht, Kindertagesstätten, Diakonie und Erwachsenenbildung.

Einweihung Gesamtverwaltungsstelle MichelauDoch was täten die Geistlichen ohne die Unterstützung der Verwaltung, ohne Menschen, die etwas von Kassenwesen und Haushaltsplänen verstehen. Menschen, die sich im Personalrecht auskennen und mit der Umsetzung des Kindertagesstättengesetzes. Was wäre, wenn die Gemeinden mit ihren Baumaßnahmen allein zu Recht kommen müssten? Was würde passieren, wenn sie keine Unterstützung bei der Leitung und Verwaltung von Diakoniestationen, Seniorenhäusern und Beratungsdiensten erhielten? Die Pfarrerinnen und Pfarrer würden so in der Arbeit untergehen, dass sie zu ihren eigentlichen Hauptaufgaben gar nicht mehr kämen und wären zudem heillos überfordert und dafür nicht ausgebildet, machte der Dekan deutlich. Deshalb geschehe in der Verwaltung lebensnotwendige Arbeit für die Kirchengemeinden in den beiden Dekanaten Kronach-Ludwigsstadt und Michelau.

Dekan Grünwald gab seinen Zuhörern auch zu verstehen, dass Wert darauf gelegt werde, dass die Mitarbeitenden aktive Christen sind, die am geistlichen Leben ihrer Gemeinden teilnehmen. Seit Jahrzehnten sei es in Michelau gute Tradition, sich am Mittwoch zu einer Andacht zu treffen, um deutlich zu machen, in wessen Namen die Arbeit hier geschieht. Da die Andachten nun in Zukunft in dem neuen Gebäude stattfinden, bilde es in gewissen Sinne auch den Leib ab, der christliche Gemeinde sein solle. Besonders erfreut zeigte sich Dekan Johannes Grünwald über den Umstand, dass das neue Haus auch von der Kirchengemeinde Michelau und vom Dekanat für Gemeindearbeit genutzt werden kann. Im Saal, der sich in Richtung Kirche öffnen lässt, wird zukünftig ein Kirchenkaffee angeboten werden. Und auch für kleine Empfänge des Dekanats nach einem Gottesdienst seien Gebäude und der Hof, der die Gesamtverwaltungsstelle umfasst, bestens geeignet, stellte Grünwald fest.

Nachdem Dekan Grünwald und die Kronacher Dekanin Dorothea Richter die Menschen, die in diesem neuen Gebäude tätig sind, für ihre Aufgaben segneten und das Haus offiziell seiner Bestimmung übergaben, kamen die Ehrengäste im neuen Pfarrhof zur Wort. Für das Landeskirchenamt in München machte Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner deutlich, dass die neue Gesamtverwaltungsstelle im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform der Evangelischen Kirche in Bayern entstanden sei. Man habe sich darauf geeinigt, alle bisherigen Veraltungsstandorte zu erhalten und zugleich aber ein einheitliches Dienstleistungsangebot anzustreben. Dieses Reformziel lasse sich aber nur mit zusätzlichem Personal erreichen. Der Oberkirchenrat bezeichnete die Verwaltung in Michelau als eine besonders innovative Einrichtung, die auch zugleich Impulsgeber für neu das einzuführende Buchungssystem geworden sei.

Den Dank der Kronacher Gemeinden übermittelte Dekanin Dorothea Richter an die Mitarbeiter in der Verwaltungsstelle, die während der Bauphase ein dreijähriges Exil hätten ertragen müssen. Als Landrat des Landkreises Lichtenfels dankte Christian Meißner auch im Namen seines Coburger Kollegen Michael Busch für die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit zwischen Politik und Kirche. In einer zunehmend komplizierter werdenden Gesellschaft mit vielen Vorschriften und Gesetzen sei Verwaltung unabdingbar geworden und deshalb sei man froh, dass es Menschen gibt, die sich darum kümmern. Helmut Fischer sprach sein Grußwort in mehrfacher Funktion.

Bürgermeister Helmut Fischer und Dekan Grünwald Als unmittelbarer Nachbar freute er sich über das Ende der Bautätigkeit, als Mitglied des Verwaltungsrats des Diakonischen Werks über ein gelungenes Werk und als Bürgermeister von Michelau über eine Einrichtung, die am Ort verbleibt und Akzente setzt. Für die Zukunft wünschte er sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit auf christlichem Fundament. Für die Präsidien der beiden Dekanatssynode gratulierten aus Horst Moser aus Kronach und Dorothea Benecke aus Trieb. Beide bezeichneten die Gesamtverwaltungsstelle als Segen für die Gemeinden und als wichtige Entlastung der Seelsorger.

Festgäste Einweihung Gesamtverwaltungsstelle MichelauAls Vertreterin der Kirchengemeinde Michelau setzte Dorothea Benecke zudem große Hoffnung auf die künftige Nutzung der Gemeinschaftsräume. Schließlich kamen noch die Architekten Peter Kuchenreuther aus Marktredwitz, der den Bauplan erstellt hatte, und Johannes Morhard aus Lichtenfels als ausführender Architekt zu Wort. Beide machten deutlich, dass das komprimierte Gebäude mit seinem lichtdurchfluteten Treppenhaus als zentrales Element einen echten Mehrwert sowohl für die Kirche als auch für die Gemeinde Michelau darstelle. Johannes Morhard legte zudem Wert auf die Feststellung, dass bei der Bauausführung Firmen aus allen Dekanaten zum Zuge gekommen sind.

Den Abschluss der Festreden machte Karin Pfadenhauer als geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks und Leiterin der Gesamtverwaltungsstelle. Sie ließ die Geschichte der Verwaltungsstelle noch einmal Revue passieren und freute sich schließlich mit ihrem kirchlichen Stellvertreter Martin Pietz über den gelungenen Bau. Mit Klängen eines Posaunenchors unter der Leitung von Klaus Bormann endete feierliche Stunde im neuen Pfarrhof.

Bericht und Bilder von Joachim Wegner

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2019

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