Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken

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Über die Orientierungshilfe der EKD sprach der Erlangener Professor Wolfgang Schoberth (rechts). Dekan Johannes Grünwald (links) bedankte sich mit einem Präsent.
Über die Orientierungshilfe der EKD sprach der Erlangener Professor Wolfgang Schoberth (rechts). Dekan Johannes Grünwald (links) bedankte sich mit einem Präsent.

Michelau. Mit der Empfehlung des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Familie als verlässliche Gemeinschaft zu stärken, beschäftigten sich die Synodalen des Dekanats Michelau am Samstag, 8. November 2014, bei einer Tagung im Martin-Luther-Gemeindehaus in Michelau. In der Orientierungshilfe wird festgestellt, dass sich die Erwartungen an Familie und die Erfahrungen in den Familien insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert haben. Familie existiert heute in sehr verschiedenen Formen.

Dekan Grünwald machte deutlich, dass das Positionspapier der EKD zu Ehe und Familie kontrovers diskutiert werde. Konservative Protestanten und hochrangige Katholiken kritisierten den Text, weil er in ihren Augen die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau entwerte und außerdem die Ökumene schwer belaste. Dagegen hätten sich die meisten leitenden Geistlichen der 20 evangelischen Landeskirchen bislang positiv geäußert oder geschwiegen. Nur zwei protestantische Spitzenvertreter hätten sich grundsätzlich skeptisch gegenüber dem Dokument gezeigt. Württembergs Landesbischof Frank Otfried July habe kritisiert, dass die Orientierungshilfe den institutionellen Aspekt der Ehe fast lautlos aufgebe. Zudem werde die Bedeutung der sogenannten klassischen Familien zu wenig geachtet.

Ungeschönte Bestandsaufnahme

Als theologischen Begleiter der Herbstsynode begrüßte Dekan Grünwald den Erlanger Universitätsprofessor Wolfgang Schoberth. Der Referent machte deutlich, dass es bei der EKD-Orientierungshilfe zum einen um eine Bestandsaufnahme der Wirklichkeit von Familien gehe und zum anderen um die Bedeutung evangelischer Theologie für das Familienbild der Kirche. Brennpunkte in Erziehung, Bildung und Pflege, in Zeitpolitik und Geschlechterfragen würden in der Orientierungshilfe differenziert entfaltet.

Die Diskussionen um die EKD-Orientierungshilfe seien bedauerlicherweise mehr um das gegangen, was nicht im Papier steht als um das, was ausgesagt wurde, so Schoberth. So sei die eigentliche Intention, eine Analyse der gegenwärtigen Wirklichkeit der Familie in Deutschland und das Aufzeigen von Handlungsaufgaben in den Hintergrund getreten. Professor Schoberth: „Evangelische Ethik ist nicht das Verfolgen eines Ideals, sondern beginnt mit der Wirklichkeit:  Die Wirklichkeit von Familie in der Gegenwart ist aber vielgestaltig und vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Ehe und Familien sind Institutionen, die gestaltet werden müssen“. Luther habe darum die Ehe ein „weltlich Ding“ genannt.

Die Evangelische Ethik der Gegenwart sehe den Kern der Ehe in der Treue. Damit widerspreche sie der Beliebigkeit. Deshalb werde sie auch als Bild für das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen gebraucht. Evangelisch verstandene Ehe ist den Worten von Professor Schoberth zufolge immer öffentlich, eine gegenseitige Verpflichtung und vor Gott verantwortet und unauflöslich. Da aber nach christlichem Verständnis alle Menschen Sünder sind, sei auch ein Scheitern möglich. Christen lebten auch in der Ehe von Vergebung. Das heiße aber nicht, dass die Ehescheidung zur Normalität werden könne. Scheidung ist laut Professor Schoberth „die unmögliche Möglichkeit“.

Der Referent nannte die Ehe das Beispiel einer Lebensform, in der Menschen Schutz, Geborgenheit und Erfüllung fänden. Die Anerkennung anderer Lebensformen folge diesem Leitbild, indem die Bedeutung von Treue und Verlässlichkeit und die Sorge füreinander betont werde. Menschen seien stets darauf angewiesen, dass sie einander stabile Gemeinschaften geben. Andererseits seien Familien heute vielen Gefährdungen ausgesetzt. Kirche und Staat seien deshalb aufgefordert, die Familien in ihrer Vielgestaltigkeit zu stützen und zu fördern.

Abschied von Vorurteilen

In Arbeitsgruppen setzten sich die Synodalen anschließend darüber auseinander, wie die verschiedenen Familienformen in den Kirchengemeinden unterstützt werden können. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie man Menschen zu verlässlichen Gemeinschaften animieren könne. Letztlich bewegte die Delegierten auch der Auftrag, eine Heimat für Familien in unterschiedlichen Ausprägungen zu schaffen und dabei auch Alleinerziehende zu berücksichtigen. Ihnen allen müsse signalisiert werden, dass die Kirche ein vorurteilsfreier Gesprächspartner sei.

Zur Frage, wie die Kirche zu Ehe und Familie ermutigen könne, empfahlen die Synodalen glaubwürdige Vorbilder zu sein, die sich auch zu ihren Schwächen und Schwierigkeiten bekennen. Kirchengemeinden seien in ihrer Vielfalt stets ein Abbild der Gesamtgesellschaft. So seien Viele aufgefordert, sich in ihrer Unterschiedlichkeit für andere einzusetzen und zu engagieren.

Text und Foto: Joachim Wegner

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2020

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