Freiheit hat ihre Grenzen - Dekanatsweiter Festgottesdienst in der Johanneskirche

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Reformationsfest in Michelau

Am Reformationstag erinnern Protestantinnen und Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther. Mit seiner Kritik an der Kirche seiner Zeit hatte Luther große Veränderungen angestoßen. In einem zentralen Gottesdienst in der Johanneskirche in Michelau gedachten evangelische Christen aus dem gesamten Dekanat Michelau der Ereignisse, die später zum Entstehen der evangelischen Kirche führten. In diesem Jahr nahmen die Gläubigen den 500. Jahrestag des Reichstags von Worms in den Blick, in dem Martin Luther seine Schriften und insbesondere die evangelische Freiheit verteidigte und mit dem ihm zugesprochenen berühmten Spruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ bekräftigte.

Dem entsprechend stellte Professorin Gury Schneider-Ludorff das Thema „Freiheit“ in den Mittelpunkt ihrer Festpredigt. Dabei schlug die Rektorin der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau einen weiten Bogen von der Freiheit, die die Menschen unserer Zeit genießen dürfen, hin zum Anliegen des Reformators. Die Theologin machte zunächst deutlich, dass es für die Menschen unserer Zeit in der westlichen Welt eine Selbstverständlichkeit ist, in großer Freiheit leben zu dürfen. Jede und jeder habe in unserer modernen Welt die Freiheit der Wahl, ob beim Einkaufen im Supermarkt, der Lebensführung, der Partnerwahl, bei der politischen Mitwirkung und selbst in Sachen des Glaubens. Wahlfreiheit mache die Menschen offen für Vieles und Neues und sorge dafür, dass sie agil und dynamisch bleiben. Doch Freiheit habe auch ihre Grenzen, weil der Mensch nicht ohne die anderen auskomme. Wer nur auf die eigene Freiheit poche, handle kalt und unsolidarisch, weil er damit die Freiheit seiner Mitmenschen einschränke. Dies gelte insbesondere dann, wenn Menschen meinten, sie müssten sich gegen andere durchsetzen. Die biblische Tradition sei dagegen schon immer skeptisch gegenüber der grenzenlosen Freiheit der Wahl gewesen, erläuterte die Theologin. Nach christlicher Überzeugung befreie der Glaube von den Zwängen, Regeln und Vorgaben, die das menschliche Leben einschränken. Vor Christus zähle allein die Person, weil Gott den Menschen als solchen liebe und er nicht auf dessen Leistungen und Werke schaue. Diese Erkenntnis Martin Luthers verhelfe Christinnen und Christen zu innerer Freiheit und dem Wissen, dass ihnen niemand die Taufe und die Liebe Gottes nehmen könne. Wirklich frei und autonom sei der Mensch aber nur, wenn er seine Freiheit in Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen lebe. Nur so könne es ein erfülltes und glückliches Leben führen, resümierte Gury Schneider-Ludorff. Dabei verwies sie nochmals auf das Lutherzitat „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und ist niemandem untertan, ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan!“

Dekanin Stefanie Ott-Frühwald bedankte sich bei der Festpredigerin und machte deutlich, dass sich Martin Luther bei seinem Handeln stets von der Liebe Gottes bewegen ließ. Seine Forderung sei es gewesen, dass sich die Kirche immer wieder neu auf Jesus Christus ausrichten müsse. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann, der die Feierstunde schwungvoll mit einem Festmarsch zur Reformation eröffnet hatte.

 

Mit einem Festmarsch eröffnete Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann den zentralen Reformationsgottesdienst in Michelau

Mit einem Festmarsch eröffnete Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann den zentralen Reformationsgottesdienst in Michelau

Mit dem Thema „Freiheit“ setzte sich Professor Dr. Gury Schneider-Ludorff in ihrer Festpredigt zum Reformationsfest auseinander

Mit dem Thema „Freiheit“ setzte sich Professor Dr. Gury Schneider-Ludorff in ihrer Festpredigt zum Reformationsfest auseinander

 

Mit einem Präsent bedachte Dekanin Stefanie Ott-Frühwald die Festpredigerin zum Reformationsfest in Michelau, Professor Dr. Gury Schneider-Ludorff

 

Text und Bild: Joachim Wegner

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2021

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