Frühjahrssynode im Zeichen der Vernetzung

Dekan Johannes Grünwald, Stephanie Weiß, Karin Pfadenhauer und Joachim Wegner (von links) im Gespräch.
Dekan Johannes Grünwald, Stephanie Weiß, Karin Pfadenhauer und Joachim Wegner (von links) im Gespräch.

Das evang. Dekanat Michelau ist eine Einrichtung mit verschiedenen übergemeindlichen Arbeitsbereichen. Bei der Frühjahrssynode 2015 im Gemeindezentrum in Michelau stellten sich das Diakonische Werk, das Evangelische Bildungswerk und die Mitarbeitervertretung den neuen Mitgliedern der Synode vor. Nach den Worten von Dekan Johannes Grünwald geschah dies auch, um die Zusammenarbeit im Dekanat zu stärken. Denn eine einzelne Gemeinde könne die Vielfalt der Aktivitäten nur schwer allein stemmen. Deshalb sollten Pfarrer, Kirchenvorstände und Mitarbeitende durch o.g. Einrichtungen unterstützt und entlastet werden.

Für das Diakonische Werk (DW) berichtete 1. Geschäftsführender Vorstand Karin Pfadenhauer über die Arbeit im Katharina-von-Bora-Seniorenwohnhaus Michelau mit seinen 86 Bewohnern. Für die neue Leiterin der Einrichtung, Maria Schraud, steht der Mensch im Mittelpunkt aller Bemühungen. Da der Betreuungsbedarf hoch ist, sucht das Heim weitere Fachkräfte. Auch Ausbildungs- und Praktikumsplätze werden vergeben. Außerdem suche man weitere Ehrenamtliche, die mit den Menschen im Heim Gespräche führen, sie bei der Gartenarbeit unterstützen, Ausflüge machen oder zu Vereinsaktivitäten begleiten.

Weitere Angebot des DW sind Beratungen zu Entlastungsleistungen, die seit Jahresbeginn allen Pflegegeldempfängern zustehen, sowie Beratungen  zu Pflege, Pflegegeldanträgen und Hilfsmitteln.

 

Angebote der "Tafel plus"

Seit wenigen Jahren gibt es im Landkreis Lichtenfels – als Zusammenarbeit von DW und Caritas – die „Tafel plus“ in Lichtenfels. Rund 200 Haushalte besitzen derzeit einen Berechtigungsausweis und können damit sehr günstig Lebensmittel erstehen, so Karin Pfadenhauer. Berechtigt ist, wer als Einzelperson weniger als 800 Euro oder als Alleinerziehende mit einem Kind weniger als 1.200 Euro zum Leben hat. Der größte Teil der Tafelkunden kommt aus Lichtenfels, aber auch aus Michelau, Redwitz, Hochstadt, Ebensfeld und Bad Staffelstein. Das „plus“ der Tafel besteht unter anderem aus einer sozialen Beratung, die Kunden direkt vor Ort bekommen. Derzeit engagieren sich 60 ehrenamtliche Helfer/innen bei der Lichtenfelser „Tafel plus“. Sie befindet sich gegenüber dem Lichtenfels Bahnhof. Die Ausgabezeiten sind jeden Mittwoch von 12.45 bis 15 Uhr.

Ein weiteres Arbeitsfeld des DW ist die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit, die im letzten Jahr 450 Kontakte zu Menschen mit besonderen Problemlagen aufweisen konnte. Die Mitarbeiter übernehmen auch Erziehungsbeistandschaften und halten Kontakt zur Dornbergschen Weisenfondstiftung.

Aktiv ist das DW auch bei der Betreuung von Asylbewerbern. Aufgrund der großen Zahl von Flüchtlingen sei die Einrichtung momentan besonders gefordert. Die Migrations- und Flüchtlingsberatung  betreue Menschen in Michelau, Redwitz und Mitwitz. „Es gibt viele offene Herzen für Flüchtlinge“, stellte Karin Pfadenhauer fest. Sie verwies auf einen festen Stamm Ehrenamtlicher, die Deutschunterricht erteilen, Fahrdienste übernehmen, die Menschen zum Arzt begleiten und Kontakte zu Kindergärten vermitteln. Spenden und ehrenamtliche Unterstützung seien jederzeit willkommen.

 

Bildungsarbeit vor Ort

Für das Evangelische Bildungswerk (EBW) berichtete Joachim Wegner vom Projekt „Innovation Bildung 2017“. Dessen Ziel ist es, die Kirchengemeinden des Dekanats noch stärker auf dem Feld der Erwachsenenbildung zu vernetzen. Bis 2017 will der Vorstand alle Gemeinden besuchen und mit ihnen Konzepte für die Bildungsarbeit vor Ort entwickeln.

Als besondere Veranstaltungen des Frühjahrsprogramms nannte Joachim Wegner

  • einen Info-Abend über die Situation der Asylbewerber im Landkreis Lichtenfels ins Gemeindezentrum Michelau am  Dienstag, 21. April;
  • ein Konzert des EBW-Flötenensembles am Samstag, 26. April, um 17 Uhr in der Synagoge Lichtenfels;
  • einen Lichtbildervortrag über „Der Main, die Lebensader Frankens“ von Joachim Wegner am Montag, 20. April, um 14.30 Uhr beim Frauenkreis in Schney;
  • Kanufahrten (in Kooperation mit der Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein) z.B. am 13. Juni und am 25. Juli.

Weitere Auskünfte zum Programm  gibt es beim EVW in Michelau oder unter www.ebw-michelau.de.

 

Als dritten Arbeitsbereich stellte Stephanie Weiß den Synodalen die Mitarbeitervertretung (MV) des Dekanats Michelau vor. Derzeit sind über 300 Beschäftigte zur Wahl einer neuen Vertretung mit einer Wahlperiode von vier Jahren aufgerufen. Das Gremium hat Mitbestimmungsrechte bei zentralen Entscheidungen und vermittelt bei evtl. Konflikten zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Die MV ist auch bei Einstellungen gefragt.

 

Besuch aus Meru

Schließlich erstattete Dekan Johannes Grünwald seinen Rechenschaftsbericht. Er wies auf den Wechsel von Pfarrer Jürgen Rix nach Kulmbach-Mengersreuth hin und nannte Jürgen Tinkl als neuen Vertrauenspfarrer. Pfarrer Tobias Knötig aus Heilgersdorf wird ihn vertreten. Erfreut zeigte sich der Dekan über den Zuspruch zu den „Exerzitien im Alltag“ und mehreren Glaubenskursen im Dekanat.  

Mit besonderer Freude sieht Johannes Grünwald dem Besuch einer Jugenddelegation aus dem Partnerdekanat Meru (Tansania) im Juni entgegen. Die jungen Leute werden das Dekanat Michelau kennenlernen und den Evangelischen Kirchentag im Stuttgart besuchen.

Schließlich lud Dekan Grünwald zum Dekanatskirchentag am Sonntag, 3. Mai, in die Kordigasthalle in Altenkunstadt ein. Unter dem Motto „Wir sind so frei – Glaube trifft Kunst“ wird dabei eine Präsentation von Werken heimischer Künstler im Mittelpunkt stehen.

 

Text und Foto: Wegner

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2019

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