Gründung der Evang. Erwachsenenbildung Oberfranken/West

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Der Vorstand der Evangelischen Erwachsenenbildung
Der Vorstand der Evangelischen Erwachsenenbildung

Mit der Fusion der Evangelischen Bildungswerke Bamberg, Coburg und Kronach-Ludwigsstadt-Michelau hat die evangelisch-lutherische Kirche ein neues Kapitel ihrer Bildungsarbeit aufgeschlagen. Dem neu gegründeten Verein „Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West e.V.“ gehören 127 Mitgliedseinrichtungen, vorwiegend die evangelischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Bamberg, Coburg, Kronach-Ludwigsstadt und Michelau, die Dekanatsbezirke sowie einige persönliche Mitglieder an. Die zentrale Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich in Bad Staffelstein. In der ersten Mitgliederversammlung in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels wurde Dekan Andreas Kleefeld zum Vorsitzenden sowie Prof. Dr. Martin Messingschlager aus Bamberg, Sebastian Stamm aus Coburg und Vera Schüler-Reiß aus Kronach zu gleichberechtigten Stellvertretern gewählt.

 

Ebenso wie die Volkshochschule, die Katholische Erwachsenenbildung und weitere Träger genießt die Evangelische Erwachsenenbildung das Privileg staatlicher Förderung. So will es das Bayerische Erwachsenenbildungsförderungsgesetz. Mit der Novellierung der gesetzlichen Grundlage vor drei Jahren hat der bayerische Landtag auf die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, die das alltägliche Leben der Menschen und die daraus resultierenden Herausforderungen an die Erwachsenenbildung beeinflussen und fordern, reagiert. Gleichzeitig wurde die Erwachsenenbildung als fünfte Säule in der bayerischen Bildungslandschaft finanziell gesichert. Allerdings verschärfte der Gesetzgeber die Anforderungen an die Träger, so dass organisatorische Veränderungen in der kirchlichen Bildungslandschaft notwendig geworden sind. Aus den bisher auf Dekanatsebene organisierten Evangelischen Bildungswerken ist im Rahmen eines Fusionsprozesses der neue Verein hervorgegangen. Die neue Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West wird ein Gebiet betreuen, das von Ludwigsstadt hinter dem Rennsteig bis nach Höchstadt/Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt reicht. Vorsitzender Dekan Andreas Kleefeld erhofft sich durch den Zusammenschluss eine gute Zukunft für die evangelische Bildungsarbeit im westlichen Oberfranken. Angesichts der Entfremdung vieler Menschen zur Kirche und vielfacher gesellschaftlicher Herausforderungen wolle die kirchliche Erwachsenenbildung möglichst nahe an den Menschen sein und ihnen Orientierungswissen in einer rasant sich entwickelnden Risikogesellschaft vermitteln. Der evangelischen Bildungsarbeit schrieb Kleefeld eine Scharnierfunktion zu. Sie öffne ein Fenster nach innen und nach außen. Die Kirchengemeinden fördere der neugegründete Verein durch Fortbildungsangebote und gemeinsame Projekte. Und mit gesellschaftlich relevanten Themen werde sich die Evangelische Erwachsenenbildung direkt an alle Interessierten wenden und mit einer klaren evangelischen Haltung das Gespräch suchen. So wünschte sich Andreas Kleefeld, dass der neue Verein mit der Unterstützung seiner Mitglieder eine kraftvolle evangelische Stimme in unserer vielgestalteten modernen Welt wird. Pfarrerin Anne Salzbrenner aus Lichtenfels, langjährige erste Vorsitzende des Evangelischen Bildungswerks Kronach-Ludwigsstadt-Michelau, beschrieb den von der evangelischen Kirche vermittelten Glauben als zweite Bildungsreligion nach dem Judentum. Martin Luther und die weiteren Reformatoren hätten größten Wert auf eine gute Allgemeinbildung der Menschen gelegt. Dabei zitierte die Pfarrerin Dietrich Bonhoeffer: „Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen!“ Nach den Worten der Lichtenfelser Pfarrerin befreit Bildung nicht nur aus einer gottlosen Welt, sondern befähigt die Menschen auch dazu, die Herausforderungen des Lebens mutig anzupacken und neue Sichtweisen anzunehmen.

In 18 Tagesordnungspunkten stimmten die Mitglieder nicht nur über die notwendigen Regularien eines neu gegründeten Vereins ab, sondern besetzten auch die von der Satzung vorgesehenen Posten. Als Beisitzer erweitern für die nächsten vier Jahre den Vorstand: Stefan Hinterleitner für die Region Coburg, Pfarrerin Anette Simojoki für die Region Bamberg und Professor Dr. Michael Geißler sowie Ute Schwarz für die Region Kronach-Ludwigsstadt und Michelau. Dekan Hans-Martin Lechner aus Bamberg vertritt die Dekane im Vorstand. Zu Rechnungsprüfern wurden Oliver Rose aus Bamberg und Natascha Endruweit aus Coburg bestellt. Ihnen wird Stefanie Weitz-Bauer aus Coburg zur Seite stehen. Da der Fusionsprozess mit Auflösung der früheren Bildungswerke bis zur Neugründung ein Führungsvakuum bedingte, hatte eine Steuerungsgruppe die notwendigen Aufgaben und wichtigen Entscheidungen übernommen. Den Mitgliedern dieses Gremiums dankte Dekan Kleefeld für ihren engagierten Einsatz in zahlreichen Sitzungen, die bereits mit ersten Sondierungsgesprächen bereits im Jahr 2017 begonnen hatten.

Da sich der neue Zusammenschluss über eine große Fläche mit ländlichen und städtischen Regionen ausdehnt und deshalb eine sehr unterschiedlich geprägte Bevölkerungsstruktur aufweist, wird die Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West mit verschiedenen Leitbildern arbeiten. Um näher an den Menschen und ihren Anliegen zu sein, wird es Bildungsstandorte in Bamberg, Coburg und Bad Staffelstein geben, in denen ehrenamtliche Programmbeiräte die hauptamtlichen Bildungsreferenten bei der Planung der Programme unterstützen sollen. Hier wirken unter anderen Pfarrerin Dr. Katharina Eberlein-Braun für Bamberg, Pfarrerin Anja Bautz für KLM, Bernhard Loges für Coburg und Dekanin Dr. Ulrike Schorn aus Kronach als Vertreterin der Dekane mit. Nach den Worten von Dekan Kleefeld sollen die Mitglieder des Programmbeirats Themen für das Programm sammeln, bündeln und weiterentwickeln. Dazu wünschte er viel Kreativität und Freude bei der Arbeit, denn hier gehe es um die Inhalte der Evangelischen Erwachsenenbildung. Im weiteren Verlauf stellte der Vorsitzende die hauptamtlichen Bildungsreferenten und das Verwaltungspersonal vor und gab ihnen Gelegenheit, ihr Lieblingsprojekt vorzustellen. Während sich Pfarrerin Elsel in Bamberg für den Klimaschutz einsetzen will, wird Jens-Eike Günther sich auf die Suche nach den Angeboten machen, die die Dörfer auf dem Lande zu bieten haben. Pfarrer Dieter Stößlein will mit dem Projekt „Kulturdolmetscher“ Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen bauen. Schließlich wurde noch auf das gemeinsame Projekt einer weiteren Kirchenführerausbildung im kommenden Jahr hingewiesen. Wer sich dafür interessiert, kann sich unverbindlich an Pfarrer Stößlein in Coburg, Tel. 09561/75984, ebw@ebw-coburg wenden.

Fotos: Joachim Wegner

Der Vorstand der Evangelischen ErwachsenenbildungDer neue Vorstand

Mit neuen Kräften startet die Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West in ihre gemeinsame Zukunft. Den neuen Vorstand gehören Sebastian Stamm auch Coburg (von links nach rechts), Dekan Hans-Martin Lechner aus Bamberg, Dekan Andreas Kleefeld aus Coburg, Professor Dr. Martin Messingschlager aus Bamberg, Vera Schüler-Reiß aus Marktrodach, Pfarrerin Anette Simojoki aus Bamberg, Stefan Hinterleitner aus Coburg sowie Ute Schwarz aus Burggrub an.

 

 

Die SteuerungsgruppeSteuerungsgruppe

Seit ersten Sondierungsgesprächen im Jahr 2017 hat eine Steuerungsgruppe die Fusion der Evangelischen Bildungswerke Bamberg, Coburg und Kronach-Ludwigsstadt-Michelau vorbereitet und entscheidend vorangebracht. Dekan Andreas Kleefeld (3. von links) bedankte sich für die aufwendige Unterstützung bei Maria Engel, Christine Liebst, Martin Messingschlager, Vera Schüler-Reiß, Pfarrerin Anne Salzbrenner, Pfarrer Dieter Stößlein und Pfarrerin Anette Simojoki.

 

 

 

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