Pfarrerin Veronika Kaeppel verabschiedet

Dekanin Stefanie Ott-Frühwald und Veronika Kaeppel v.l.n.r.
Dekanin Stefanie Ott-Frühwald und Veronika Kaeppel v.l.n.r.

Als Pfarrerin mit viel Sonne und Liebe im Herzen hat Gerhard Angermüller die scheidende Bucher Seelsorgerin Veronika Kaeppel beschrieben, die nach 25-monatigem Wirken die Kirchengemeinde verlässt und in Rottenburg an der Laaber in der Nähe von Landshut eine neue Pfarrstelle antritt.

Auch die Vertrauensfrau im Kirchenvorstand, Beate Bauer, hob das offene und fröhliche Wesen der Scheidenden hervor. Zudem habe sie mit ihrem Querflötenspiel für eine große Bereicherung der Gottesdienste gesorgt.

In ihren letzten Gottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche versicherte Pfarrerin Kaeppel am Sonntag der versammelten Gemeinde mit Tränen in den Augen, dass sie sehr gerne in Buch am Forst gewesen und für die beiden Jahre sehr dankbar sei.

In ihrer Predigt zum Verabschiedungsgottesdienst griff Veronika Kaeppel die Geschichte von Maria und Martha auf, die Jesus in ihr Haus einladen. Während Martha geschäftig in der Küche werkelt und um das leibliche Wohl ihres Gastes bemüht ist, setzt sich Maria zu Jesu Füssen und hört ihm zu. Das erzürnt Martha, so dass sie ihrer Schwester Vorhaltungen macht.

Doch Jesus weist sie zurecht und stellt fest, dass sie das bessere Los gezogen hat. Denn Maria hat begriffen, worauf es letztlich ankommt: nämlich das Hören auf das Wort Gottes. So wie Essen und Trinken ein menschliches Bedürfnis ist, müsse auch das innere Bedürfnis zufrieden gestellt werden.

Daher rief die Pfarrerin dazu auf, sich mehr Zeit für Gott zu nehmen und ganz Ohr zu sein für den Höchsten. Ausführlich beschrieb sie, dass gutes Zuhören Können eine Gabe Gottes ist und letztlich auch erlernt werden könne.

Chor Taktvoll unter der Leitung von Karin Rittweger (links)Nur schweren Herzens nahm der Kirchenvorstand von Buch am Forst von ihrer beliebten Pfarrerin Abschied

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von Susanne Thaler an der Orgel, Anbetungsliedern des Chores Taktvoll unter der Leitung von Karin Rittweger und Manuela Rädlein mit ihrer Gitarre.

Bei der Entpflichtung der Pfarrerin stellte Dekanin Stefanie Ott-Frühwald fest, dass die Bucher Gemeinde ihre Seelsorgerin nur ungern ziehen lasse. Für die Menschen in Buch am Forst habe sie ein offenes Ohr gehabt und sei für sie stets präsent gewesen.Viel Zeit, Kraft und Begeisterung habe sie in ihre Aufgabe in der Kirchengemeinde investiert.

Und mit ihrer Liebe zur Musik habe sie schnell zu den Herzen ihrer Zuhörer gefunden. Nun folge sie ihrem Lebensgefährten in den Süden. Durch die Stellenwechsel seien Pfarrerinnen und Pfarrer oft heimatlos. Dekanin Ott-Frühwald wünschte Veronika Kaeppel auch für ihren weiteren Lebensweg Gottes Segen.

Dass die Kirchengemeinde Buch am Forst den Abschied mit zwei weinenden Augen verfolge, könne sie gut verstehen, versicherte die Dekanin, denn dies sei mit Sorgen und Unsicherheit verbunden. Schließlich treffe die Gemeinde innerhalb von kurzer Zeit zum dritten Mal eine Vakanz.

Beate Bauer überreicht ein Notfallpaket für alle Fälle

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus eröffnete Beate Bauer für die Mitglieder des Kirchenvorstands den Reigen der Abschiedsworte. Sie dankte Veronika Kaeppel für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihr einen guten Start in ihrer neuen Gemeinde. Als Geschenk für die Pfarrerin hatte sie ein Bild der Bucher Kirche und ein Notfallpaket mit Bucher Spezialitäten dabei und überraschte ihren Lebensgefährten Dr. Mavridis, der mit Trompeten und Schlagzeugspiel in Buch aufgetreten war, mit einem guten Tröpfchen.

Für die Stadt Lichtenfels sprach Erster Bürgermeister Andreas Hügerich Worte des Abschieds und verwies dabei auf die wichtige seelsorgerliche Begleitung der Bevölkerung in guten wie in schweren Stunden. Eine politische Gemeinde könne dies nicht leisten und sei daher auf die Zusammenarbeit mit der Kirche angewiesen. Gerhard Angermüller trat als Sprecher der Bucher Ortsvereine auf und bedauerte, dass die Bucher Bevölkerung in den letzten Jahren in immer kürzeren Abständen von ihren Pfarrerinnen und Pfarrern Abschied nehmen musste. Veronika Kaeppel bescheinigte Angermüller Kontaktfreude und ein sonniges Wesen. Nie sei sie die Erste gewesen, die ein Fest verlassen habe und selbst bei den Bucher Rockern sei sie gern gesehen gewesen. „Sie waren eine Pfarrerin, die sich bei uns in Buch am Forst wohl gefühlt hat“.

Zum Dank für die erwiesenen Dienste übergab Gerhard Angermüller eine Wegzehrung der örtlichen Geschäfte.

„Es waren zwei schöne Jahre in Buch am Forst“
bestätigte Veronika Kaeppel und lud die Anwesenden zu einem Besuch
in ihrer neuen Gemeinde in Rottenburg ein.

Den offiziellen Teil des Empfangs beendete die Begrüßung von Pfarrerin Tanja Vincent aus Schney, die nun schon zum dritten Mal die Vakanzvertretung in Buch übernimmt und daher gut bekannt ist. „Ich bin gerne wieder da“, betonte Pfarrerin Vincent.

 

Text und Fotos: Joachim Wegner

 

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