Lebenslauf von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich - Stand: Mai 2002
Johannes Friedrich wurde am 20.06.1948 in Gadderbaum, Kreis Bielefeld, als Sohn des Neutestamentlers Prof. Dr. Gerhard Friedrich und seiner Frau Ruth Friedrich geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Erlangen, wo er 1967 am Gymnasium Fridericianum das Abitur absolvierte. Evangelische Theologie studierte er an den Universitäten Erlangen und Tübingen.
Von 1972 bis 1976 war Friedrich Assistent des Tübinger Lehrstuhlinhabers für Neues Testament, Prof. Dr. Peter Stuhlmacher, bei dem er mit der Dissertation "Gott im Bruder?" über Matthäus-Evangelium Kapitel 25, Verse 31 - 46 "magna cum laude" promovierte. Nach dem Lehrvikariat in der Nürnberger St. Leonhardgemeinde und der Theologischen Anstellungsprüfung wurde Friedrich am 13.11.1977 zum geistlichen Amt ordiniert. In Nürnberg sammelte Friedrich erste Berufserfahrungen - zunächst als Pfarramtskandidat an St. Leonhard, ab 1979 als Gemeindepfarrer an St. Egidien und zugleich als Studentenpfarrer. Von 1985 bis 1991 leitete Friedrich als Propst die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. Stark prägte ihn die Herausforderung, an einem Ort mit 36 anderen christlichen Konfessionen Ökumene zu gestalten und im Dialog mit christlichen und muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis die gemeinsamen Wurzeln wie auch die Unterschiede der Religionen zu thematisieren. 1991 kehrte Friedrich nach Nürnberg zurück und übernahm das Amt des Stadtdekans für den fast 200.000 Lutheraner zählenden Dekanatsbezirk. Unter anderem engagierte er sich hier für das kirchliche Entwicklungsprogramm "Evangelisch in Nürnberg" und für den Zusammenhang von theologisch-kirchlichem Selbstverständnis und kirchlicher Organisation. Kirchenleitende Verantwortung übernahm Friedrich ab 1996 als Mitglied der Landessynode und des Landessynodalausschusses sowie als Vorsitzender des synodalen Grundfragenausschusses. Friedrich wirkte an zahlreichen Entscheidungen der Synode maßgeblich mit, so etwa bei der Zustimmung zur lutherischkatholischen "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" oder beim Schwerpunktthema "Christen und Juden", zu dem die Landessynode im Herbst 1998 eine vielbeachtete Erklärung verabschiedete. Am 24. April 1999 wurde Friedrich im fünften Wahlgang mit 57 von 105 Stimmen von der Landessynode zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Als geistliches Oberhaupt von rund 2,7 Millionen Lutheranern im Freistaat ist Friedrich der fünfte Landesbischof in Bayern. Vor ihm standen die Landesbischöfe Hans Meiser (1933-1955), Hermann Dietzfelbinger (1955-1975), Johannes Hanselmann (1975-1994) und Hermann von Loewenich (1994-1999) an der Spitze der Landeskirche. Zum 1.11.1999 hat Friedrich das Bischofsamt angetreten. Gemeinsam mit Landessynode, Landessynodalausschuß und Landeskirchenrat bestimmt er den Kurs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Als einige künftige Schwerpunkte seiner Tätigkeit nennt Friedrich sein Eintreten für "evangelische Spiritualität in neuen wie in traditionellen Formen", für "ein geschwisterliches Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen", für "theologisch reflektierte Reformen und Professionalität" und für "ökumenische Weite und Kooperation". Wesentlicher Auftrag der evangelischen Kirche sei es, "auszustrahlen, dass das Evangelium von der Liebe Gottes konkrete Hilfe zum Leben ist". Laut Kirchenverfassung ist der Landesbischof "ein Pfarrer, der in das kirchenleitende Amt für den Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche berufen ist." Das Bischofsamt unterscheidet sich vom Amt eines Pfarrers oder einer Pfarrerin also nicht durch eine spezifische "Weihe" oder einen höheren geistlichen Rang, sondern durch besondere Aufgaben. Dazu zählt insbesondere, dass der Landesbischof auf die schrift- und bekenntnisgemäße Verkündigung und Sakramentsverwaltung in den Gemeinden achtet, das Gespräch mit den Mitarbeitenden pflegt, die Gemeinschaft und Zusammenarbeit in der Landeskirche fördert und den Kontakt zu anderen Kirchen vertieft. Der Landesbischof vertritt die Landeskirche in der Öffentlichkeit und hat als feste Predigtstätte die St. Matthäuskirche in München. Dr. Johannes Friedrich ist seit 1970 mit Dorothea Friedrich, geb. Holoubek verheiratet, die als Seminarlehrerin am Wittelsbach-Gymnasium München tätig ist. Die Friedrichs sind Eltern von zwei Töchtern - Lena (23, Studentin) und Anna (19, Gymnasiastin).
Sekretariat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Publizistik
Landeskirchenamt
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