REFORMATION reloaded!

Thesenanschlag in Michelau„Was würden wir heute in Kirche und Gesellschaft beklagen und wie Luther 1517 an die Tür schlagen?" - Die Auseinandersetzungen mit dieser Thematik waren Gegenstand eines dekanatsweiten Jugendgottesdienstes und eines anschließenden Grillfestes am 1.7.17 in der Dekantasgemeinde Michelau.
Auf unserer Dekanatsjugendkammerklausur Anfang Oktober haben wir noch einmal alle gesammelten Thesen gesichtet, geordnet und uns Gedanken dazu gemacht. Pünktlich zum 31. Oktober 2017 präsentieren wir euch nun die zusammengestellten Thesen aus unserem Dekanatsjugendgottesdienst zu Reformation reloaded:

A. Zunächst einmal möchten wir jene Thesen vorstellen, die Wünsche äußern, zu denen es in unserem Dekanat bereits Angebote gibt:

  • Kammerklausur - Thesen sichten und sortieren

    „Lebendiger Gottesdienst! - Fröhliche Gottesdienste mit Worten aus der Bibel, so dass sie jeder versteht - mehr Jugendgottesdienste.“

  • „11 Uhr Gottesdienst - moderne Abendgottesdienste - Gottesdienste zu verschiedenen Zeiten.“
  • „Modernere Lieder im Gottesdienst - Bands in den Gottesdiensten.“
  • „Dekanatsweite Freizeiten für Mitarbeitende.“
  • „Der Kirchenvorstand sollte sich darum bemühen auch unter den Jugendlichen bekannt zu sein.“
  • „Mehr inklusive Sprache - Verständnis für Andersdenkende/Andersgläubige.“

Folgende Angebote gibt es in unserem Dekanat bereits dazu, genaue und aktuelle Termine können in den Gemeinden erfragt, auf der Internetseite des Dekanates, in Gemeindebriefen, Zeitungen, auf Flyern und Plakaten  nachgelesen  werden.  Natürlich  erheben  wir   keinen  Anspruch  auf  Vollständigkeit  der aufgelisteten Angebote, geben keine Garantie für deren Aktualität und freuen uns in jedem Fall über Ergänzungen!

Haben wir schon„Gottesdienst auf Wanderschaft der Dekanatsjugend“:

  • gemeinsame Aktion der Dekanatsjugend mit einer Gemeinde
  • aktuelles Gemeindethema
  • Anspiele, verständliche Sprache
  • lebendige Mitmachaktionen
  • Band und moderne Lieder
  • meist Nachmittag- oder Abendgottesdienst
  • Beisammensein nach dem Gottesdienst

„Gottesdienst für Ausgeschlafene“ in Zapfendorf:

  • 11 Uhr Gottesdienst
  • Band, Anspiel, aktuelle Themen, verständliche Sprache
  • gemeinsames Mittagessen im Anschluss

„Farbwechsel-Gottesdienst“ in Burgkunstadt:

  • 10:30 Uhr Gottesdienst, parallel Kindergottesdienst
  • moderne Form, Anspiele
  • moderne Lieder, Chöre
  • gemeinsames Essen im Anschluss

„Gottesdienst anders“ in Bad Staffelstein:

  • 18 Uhr Gottesdienst
  • Band, Lyrik, Meditation, aktuelle Themen

Gottesdienste im Grünen:

  • im Kurpark Bad Staffelstein
  • auf dem Staffelberg
  • am Kordigast
  • am Waldkreuz Michelau
  • meditative Kanutour auf dem Main
  • Mondschein-Spaziergang in Bad Staffelstein
  • Morgengebet im Kurpark in Bad Staffelstein
  • Gottesdienste in Buch
  • Gottesdienste in Mistelfeld

Kunst und Kirche:

  • Schottenstein
  • Gemünda

Taizé-Gottesdienste, z.B. in Bad Staffelstein

19 Uhr Friedensandachten, z.B. in Lichtenfels und Michelau

Kirchentage:

  • Dekanatskirchentag
  • Fahrt zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (und anderen)
  • Kirchenkreis-Kirchentag
  • Dekanats-Konfirmanden-Kirchentag

Klinik-Gottesdienste und Gottesdienste in Seniorenheimen

Bands und Chöre:

  • Boxenstopp Michelau
  • Glasklar Schney
  • Mistikalls Lichtenfels
  • Hintem Taufstein links Zapfendorf
  • Wolkenlos Schwürbitz
  • Dekanatsband Modem
  • Gospel-Projekt 1x/Jahr
  • Querbeet Burgkunstadt

Mitarbeiterwochenende "Aufbaukurs" der Evangelischen Jugend Michelau/Kronach-Ludwigstadt

Anregung zu Betpatenschaften oder einen gemeinsamen Konfirmandentag von Kirchenvorstand und Konfirmanden

Eine-Welt-Verkauf, z.B. in Lichtenfels und Bad Staffelstein

Ergänzungen erwünscht!

B. Folgende Thesen haben wir als Dekanatsjugend uns herausgenommen, um deren Umsetzung aktiv anzugehen:

  • Könnten wir angehen

    „Bundestagswahl - wählen gehen! Kirchenvorstandswahl - wählen gehen! Sonntags - in den Gottesdienst gehen! Mehr beten für alle Menschen und Gutes tun!“

  • „Thematisierung der anstehenden Kirchenvorstandswahl beim Dekanatsjugendkonvent im Frühjahr.“
  • „Das Angebot der Evangelischen Jugend sollte geöffnet werden für jüngere Teilnehmer und mit der Konfirmandenarbeit vernetzt werden.“
  • „Wir wünschen uns Einladungen zu Gottesdienste, Freizeiten und Veranstaltungen sowie Termine und Informationen auch über die modernen technischen Möglichkeiten, z.B. WhatsApp.“
  • „Wir wünschen uns gemeindeübergreifende Aktionen, wie z.B. Kanufahren.“
  • „Die Evangelische Jugend wünscht sich die Unterstützung aller Gemeinden des Dekanats.“

C. Thesen, die sich an Kirche allgemein richten:

  • Kirche allgemein

    „Kirchen müssen keine alten Gemäuer sein, sondern einladende Orte der Begegnung.“

  • „Mehr Lebendigkeit und mehr gelebte Beziehung zu Jesus.“
  • „Auf Menschen zu gehen - mehr echtes Interesse an den Einzelnen haben - die Nöte anderer sehen.“
    - „Nächstenliebe leben.“
  • „Offener Umgang miteinander, Offenheit und Respekt von und für jung und alt - keine Ausgrenzung von Fremden.“
  • „Offenheit für Neues bei Jung und Alt - Mehr Mut, auch ohne klaren Plan mal was Neues auszuprobieren!“
  • „Wir wollen den Mut haben zu unserem Glauben zu stehen und wünschen uns in allen Lebensbereichen eine größere Offenheit für den Glauben.“
  • „Wir sollten zum Singen aufstehen, dann kommt mehr Bewegung in den Gottesdienst.“
  • „Mehr Beispiele beim Predigen.“
  • „Wir sollten mehr Abendmahl feiern, denn nur wer Gemeinschaft lebt, kann sie auch weitergeben.“
  • „Kirche soll mehr im Alltag präsent sein. Kirche und Staat sollen sich (noch) mehr für Frieden einsetzen.“
  • „Ich fordere eine Kirche, die hinaus geht zu den Menschen in aller Welt und an ihren Früchten zu erkennen ist. Keine Kirche, die sich in ihren Mauern versteckt und am Sonntag fromm predigt und deren einzige Sorge es ist, warum immer weniger zu ihr kommen.“
  • Förderung der Ökumene:
    - „im Religionsunterricht“
    - „beim Kanzeltausch“
  • Konfirmanden und Jugend:
    - „Wir wünschen uns eine Konfirmandenarbeit, die praktisch gestaltet ist und Fragen behandelt, die uns interessieren (z.B. "Wie lebe ich meinen Glauben?")“
    - „Wir regen an darüber nachzudenken, die Konfirmation um ein oder zwei Jahre zu verschieben, um ihr wieder eine höhere Bedeutung im Leben der Jugendlichen zu verleihen.“
    - „Die Bibel attraktiver für Jugendliche machen.“
    - „Auch in Zeiten finanzieller Kürzungen wünschen wir uns ausreichende finanzielle Mittel für die Jugend.“
    - „Jugendliche sollen auch mehr in normale Gottesdienste gebracht werden (eben durch diese Mini-Schauspiele) - Jugendliche wollen vorab wissen, was sie erwartet und in die Planung mit einbezogen werden.“
  • Gremien und Verwaltung:
    - „Ich wünsche mir, dass angesichts des Trends zur Kommerzialisierung innerhalb der Kirche das seelsorgerliche Element wieder stärker in den Vordergrund tritt - Mehr Zeit für Seelsorge, dafür weniger Verwaltung.“
  • „Wir wünschen uns offene und lockere Gremien, deren Entscheidungen nicht hinter verschlossenen Türen bleiben, sondern transparent sind! - Mehr Transparenz allen Gemeindemitgliedern gegenüber.“

D. Thesen, die sich an Wirtschaft, Politik und Gesellschaft richten:

  • Andere Adressaten

    „Ich fordere eine Welt, in der "die Wirtschaft" nicht länger wichtiger ist als der Mensch! In der wir nicht weiter dressiert werden, nach mehr und mehr Gewinn zu streben, sondern zufrieden sein können, wenn wir genug zum Leben haben.“

  • „Ich fordere eine Welt, in der sich Politiker um das Wohl ihres Volkes bemühen und nicht um das Wohl ihrer Wirtschaft und jener, die genug Geld für Bestechung zahlen!
    Keine Einflussnahme wirtschaftlicher Interessen auf politische Entscheidungen!
    Unabhängige Politiker und echte Fakten, kein Schönreden von Tatsachen!“
  • „Ich fordere, dass unsere Sozialsysteme NICHT als wirtschaftliche Unternehmen agieren dürfen und nach Gewinnoptimierung streben müssen!
    Keine Einflussnahme von Krankenkassen oder Pharmaindustrie auf ärztliche Behandlungsentscheidungen!
    Zeit für Pflegekräfte und Therapeuten, sich um die ihnen anvertrauten Menschen zu kümmern!“
  • „Ich fordere, dass wir unser Möglichstes versuchen, die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter aufklaffen zu lassen!
    Dass Männer und Frauen gleichen Lohn erhalten! Dass ein Arbeitnehmer von seinem Lohn leben kann!
    Dass Abzüge nicht nach Verdienstklassen, sondern für alle fair nach gleich viel % berechnet werden!
    Dass Rentenzahlungen nicht um %, sondern für alle den gleichen Betrag steigen!
    Die Kluft zwischen Arm und Reich muss kleiner werden, damit JEDER genug zum Leben hat.“
  • „Ich fordere eine Welt, in der Familien Zeit haben können füreinander!
    Damit Kinder und Jugendliche nicht möglichst früh und möglichst lange in Bildungsstätten aufgeräumt werden, sondern die Welt erkunden, sich selbst ausprobieren und sich engagieren können!
    Damit alte Menschen nicht alleine bleiben und möglichst lange versorgt werden können!“
  • „Wir sehen uns in der Verpflichtung mehr Einsatz und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen.“
  • „Wir sprechen uns dafür aus, aufmerksamer und nachhaltiger mit der Umwelt und mit Essen umzugehen - im Großen wie im Kleinen (z.B. weniger Kapselkaffee).“
  • „Um die Umwelt zu schonen sollten, wann immer möglich, Fahrgemeinschaften gebildet werden.“
  • „Die Kluft zwischen Arm und Reich muss kleiner werden, damit JEDER genug zum Leben hat.“
  • „Politik soll sich mehr für die Generation U25 interessieren.“
  • „Kirche, bzw. Christ sein gilt auch in Familie und Politik.“

 

 

Evangelische Jugend Dekanat Michelau, 31. Oktober 2017

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2017

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