Adventsfenster 2016 - in Schney und in Chichester

Gemeinsam mit unserer Partnergemeinde in der Diözese Chichester in England gibt es dort und hier in diesem Advent geschmückte Fenster, die jeweils mit einer kleinen Geschichte, Glühwein, Kinderpunsch und netter Gesellschaft geöffnet werden. Oben auf der Seite finden Sie die Berichte aus Schney, am Ende der Seite folgen ein paar Impressionen aus unserer Partnergemeinde.

Together with our partner parish in the diocese of Chichester in England, we are organising decorated windows this advent that get opened with a little story, mulled wine, other hot drinks and with friendly people. You can find short reviews and pictures from Findon at the bottom of this page, the reports from Schney are right at the top.

 

Bericht zum 4. Adventsfenster am 20.12.2016 in Schney:

Das vierte Adventsfenster wurde bei Familie Scheler geöffnet - mit der Geschichte "Gott träumt den Menschen".

Gott hatte einen Traum von der Schöpfung. Er schuf den Himmel und die Erde, alle Pflanzen und Tiere. Es fehlte ihm noch etwas und er träumte den Menschen als Mann und Frau nach seinem Bildnis. Doch der Mensch verdunkelte das Bild, das Gott hatte, trennte sich von seinem Ursprung. Er verschloss die Türen seines Herzens. Er gab die Gemeinschaft mit Gott auf und wandte sich gegen sich selbst, gegen seine Brüder und Schwestern.

Da träumte Gott seinen Traum von Neuem. Er träumte, wie er den Menschen eigentlich gedacht hatte. Er setzte einen neuen Anfang und ließ seinen eigenen Sohn Mensch werden. Er sollte den Menschen zeigen, wie sie sein könnten, wenn sie aus der Einheit mit Gott lebten. Er sollte sie an ihren göttlichen Ursprung erinnern, den sie noch in sich trugen.

An Weihnachten feiern wir den Traum Gottes, wie er in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Wir feiern den Menschen, wie er in seinem reinen Wesen in Jesus aufgeleuchtet ist.

The fourth advent window we opened at the Schelers. God dreams the human being.

God had a dream and dreamt the creation. He made the heavens and the earth, all the plants and animals. Something was still missing, and he dreamt human beings as men and women in his own image. But the human being darkened this image of God, seperated himself from his origin. He closed the doors of his heart. He gave up being in community with God and turned against himself, against his brothers and sisters.

Then God dreamt his dream anew. He dreamt what he had taught human beings to really be like. He made a new beginning and let his own son be a human being. He was supposed to show people what they could be like, when they live in unity with God. He was supposed to remind them of their godly origin, that they carried within themselves.

At Christmas we celebrate God‘s dream that became visible in Jesus Christ. We celebrate the human being as is shown in its purest form in Jesus Christ.

     

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Bericht zum 3. Adventsfenster am 13.12.2016 in Schney:

Das dritte Adventsfenster wurde bei Familie Witzgall geöffnet. Sie erzählten die Geschichte von den vier Kerzen auf dem Adventskranz.

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz. Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus. Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Und es fing an zu weinen. Doch da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: "Hab keine Angst, den ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden!" Voller Freude nahm das Kind das Licht von der Kerze "Hoffnung" und zündete die anderen Kerzen wieder an.

Die Hoffnung kommt von Gott zu uns – in dem Kind in der Krippe, das wir mit Weihnachten erwarten.

The third woindow was opened at the Witzgall family. They told the story of the four candles on the advent wreath.

There were four candles on an advent wreath. It was so quiet that it was possible to hear them talking. The first candle sighed and said: „My name is peace. My light is shining, but people don‘t keep the peace, they don‘t want me.“ It's light grew smaller and went out. The second candle flickered and said: „My name is faith. But people think that I am unnecessary. They don‘t want to know about God. There is no point in me burning.“ There was a little draft in the room, and the second candle stopped burning. Now the third candle started talking quietly and very sad. „My name is love. I have no more power to burn. People put me aside. They only see themselves and not the others they should love.“ With a last flickering this light also went out.

Then a child entered the room. He looked at the candles and said: „But..., but..., you should burn and not just stand there!“ And he started to cry. Then the fourth candle started talking. „Do not be afraid, for my name is hope. As long as I am burning, we can always relight the other candles!“ Filled with joy the child took the candle named „hope“ and relit the other candles.

Hope comes to us from God – with the child in the manger, that we expect at Christmas.

     

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Bericht zum 2. Adventsfenster am 06.12.2016 in Schney:

Das zweite Adventsfenster wurde bei Gerda Hillmann geöffnet. Sie erzählte die Geschichte von der hellen Welt des Josef Heeg von Henning Sussebach:

Josef Heeg fährt nach dem Besuch bei seiner Mutter am 22. Dezember nach Hause, als er bei der Autobahnausfahrt auf drei Handwerker aus Rumänien trifft. Deren Auto hatte auf der Heimreise von England einen Getriebeschaden. Es muss abgeschleppt werden, eine größere Reparatur steht an. Die Polizei ist verärgert, zu dieser Situation geholt worden zu sein und bietet keine Hilfe an. Also nimmt Josef Heeg diese drei Männer mit sich nach Hause, baut ihnen ein Matratzenlager und versorgt sie. Am nächsten Morgen beschließt er, ihnen sein Auto bis zum 10. Januar zu leihen, damit sie Weihnachten in der Heimat verbringen können. Natürlich halten ihn alle in der Nachbarschaft für verrückt und versichern ihm, dass er dieses Auto nie mehr sehen würde. Jedoch - um 10 Uhr des benannten Tages -  bringen die drei rumänischen Männer das Auto gewaschen und voll betankt zurück. Josef Heeg sagte danach, dass er doch überrascht gewesen sei. Er hatte mit der Rückkehr seines Autos erst gegen Nachmittag gerechnet.

Wie schön, wenn das Vertrauen in andere belohnt wird und Vorurteile abgebaut werden können.

The second window was opened at Gera Hillmann's. She told the story of the light world of Josef Heeg by Henning Sussebach.

On the 22nd December Josef Heeg is on his way back home after visiting his mother. At the motorway exit he meets three craftsmen from Romania on their way back from working in England Their car has broken down with a damage to the gear box and gets towed to a garage to be fixed. The policemen are annoyed to be caught in this situation and don't offer any help. So Josef Heeg takes them to his home, arranges some mattresses for them and looks after them. The following morning he decides to lend them his car until the 10th January, so that they be at home for Christmas. Everyone in the neighbourhood thinks that he is stupid and for sure won't see his car ever again. Yet, at 10 am on the date agreed the three Romanian men bringt the car back – clean and filled up with petrol. Afterwards Josef Heeg said, that he was surprised after all. He had expected the car to not be back before the afternoon. .

How nice when trust in other people gets rewarded and prejudices reduced!

 

 

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Bericht zum 1. Advenstfenster am 29.11.2016 in Schney:

Am Schneyer Gemeindehaus hatten die Konfirmand/innen das Fenster geschmückt, einige Präparandinnen halfen bei der Bewirtung.

Die Geschichte erzählte davon, dass die Menschen immer weniger beteten und man sich im Himmel so seine Gedanken dazu machte. Eine Umfrage ergab: Die Menschen würden schon gerne beten, aber leider fehlt ihnen die Zeit dazu. Also schenkt Gott ihnen - angeregt von einem jungen Engel - jeden Tag eine 25. Stunde. Der gewünschte Effekt von mehr Gebeten bleibt aber aus, weil die Geschäftsleute den neuen Tagesrhythmus erst neu organisieren müssen, die Gewerkschaften sich dafür einsetzen, dass diese Zeit zur Erholung genutzt werden kann, die Kirchen meinen, dass sie ohnehin schon beten und überdies die Vorgabe, extra Zeit nur zum Beten zu geben, zu eng gefasst sei.

Zum Beten genutzt wird diese zusätzlich Stunde schließlich genau von denjenigen, die auch vorher schon guten Kontakt zu Gott hatten. Ob jemand Zeit fürs Beten hat, liegt daran, ob er oder sie die Liebe hat, die Beziehung zu Gott will, oder nicht. So wird die 25. Stunde des Tages wieder abgeschafft und die Erinnerung der Menschen daran gelöscht.

"Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott." So steht es in Psalm 31,16. Auch im Advent sind uns an jedem Tag 24 Stunden geschenkt, und bei manchen davon haben wir die freie Wahl, wie wir sie füllen, und ob wir uns damit Gutes tun (und) Gott widmen oder weitere Termine wahrnehmen. Mehr als sonst im Jahr lohnt es sich in diesen Tagen, die Zeit gut zu füllen. 

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen
Tanja Vincent, Pfarrerin

At the parish hall in Schney the youngsters preparing for confirmation had decorated the window and helped with looking after the guests.

The story talked about people praying ever less, and the thoughts that this caused in heaven. A survey came to the result that people would like to pray more, but don't have time for it. Therefore God gives them - initiated by a very young angel - an extra hour every day. The effect wished for doesn`t  happen, because the business people have to re-structure their daily rhythm, the trade unions are working for this hour to be there for recreation, the churches think that they have always been praying enough and that they shouldn't be obliged to pray more.

In the end this extra hour is used for more prayer exactly by those people who already prayed regularly before. Whether someone takes time for prayer is in the end dependent on whether they have love, want a relationship with God - or not. So the 25th hour in the day is cancelled again, and with it the memory people had about it all.

"My times are in your hands, God." That is what we read in Psalm 31,15. In advent we are also given 24 hours every day, and in some of them we have a free choice how we fill this time. We can do good things with it (and) be with God or take part in yet more appointments. More than at other times of the year it's worthwhile to fill our time well. 

 

Have a blessed time this advent,
Tanja Vincent

 

     

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Hier auch zwei Berichte aus England:

In Findon gab es am 16. Dezember eine Krippenprozession, bei der wir Esel, Maria und Josef, Schafe und die Hirten am Bürgersaal getroffen haben. Dann sind wir mit Laternen die Hauptstraße entlang gelaufen und haben bei der Kneipe "Gun Inn" angeklopft. Erwartungsgemäß lautete die Antwort: "Hier ist kein Platz"! Wir waren dann im Garten der Kneipe und haben mit mehr als 150 Leuten Weihnachtslieder gesungen, Mince Pies (kleine, süße Weihnachtstörtchen) gegessen und Glühwein, gewürzten Cider oder heiße Schokolade getrunken. Es war wunderschön. An diesem Abend war das unser "Fenster".

We had a wonderful Nativity Procession in Findon last night, meeting with donkeys, Mary and Joseph, Sheep and shepherds at the Vilage Hall, then walking up the High Street with lanterns to knock at the door of the Gun Inn (where the message of course was 'No room!) We then went into the garden area where over 150 people sang carols ate mince pies and drank mulled wine, warm spiced cider or hot chocolate - wonderful! That was also our 'window' for yesterday!

 

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Jede Tür ist ein Eingang. Wir öffnen manchmal die Tür und treten ein, und manchmal bleiben wir draußen stehen und staunen. Am Nikolaustag haben wir bei der „Messy Church“ (einem fröhlichen Gottesdienst für Schulkinder und ihre Familien, monatlich an einem Dienstagnachmittag nach der Schule) Schuhe gebastelt und gehört, wie Bischof Nikolaus anderen geholfen hat.

Eines von vielen Fenstern über Hirten! Wir hörten Geschichten übers Verlorengehen, darüber Hoffnung bei einem neugeborenen Kind zu finden, anderen zu helfen. Es gab auch ein wunderbares Gedicht über die tierischen Besucher einer alten Kirche, das hier in Kürze zu lesen sein wird.

Every doorway is an entrance to somewhere - we choose whether to open the door and enter, or stay outside wondering. St Nicholas Day, at Messy Church we made shoes and heard how Bishop Nicholas helped others. One of several windows about shepherds. Stories about getting lost, finding hope in a newborn child, helping others... A lovely poem about animal visitors at an old country church.

     

© Evangelisch-Lutherisches Dekanat Michelau 2013-2017

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